Chapelet

Poitiers (86) - Musée Sainte-Croix

Musées de Poitiers, Christian Vignaud

Der Rosenkranz ist ein Gegenstand der Andacht und hat im Laufe der Jahrhunderte viele verschiedene Formen angenommen. Es handelt sich hier um den traditionellen Rosenkranz der Jungfrau Maria, der wohl am weitesten verbreitet ist und eigentlich ein Drittel des Rosenkranzes ausmacht, dem er oft vorgezogen wird, weil er so umständlich zu beten ist. Der Marienrosenkranz besteht aus einem kleinen Kreuz, gefolgt von einem einzelnen Korn, einer Reihe von drei Körnern und einem weiteren einzelnen Korn, die auf einen Faden oder eine Kette aufgefädelt sind, die am oberen Ende des Stipes befestigt sind. Diese kurze Reihe endet in der Regel auf einer Medaille oder einer Platte, von der aus sich eine große Schleife mit fünf Dutzend Körnern entwickelt, die durch einzelne Körner getrennt sind. Die Rezitation dieser Art von Rosenkranz, die Varianten zulässt, weicht nie von dem folgenden Schema ab. Auf dem Kreuz ein Credo. Auf dem ersten Korn ein Vaterunser. Auf jedem der folgenden Körner ein Ave. Auf dem letzten einzelnen Korn die Doxologie Gloria Patri et Filio et Pater. Jedem der Körner der Zehner entspricht ein Ave, die Zehner werden durch Gloria Patri und ein Pater getrennt. Der Erhaltungszustand des ausgegrabenen Rosenkranzes ist mittelmäßig, aber das Objekt ist fast vollständig und erlaubt eine zufriedenstellende Untersuchung. Das Kreuz und das erste isolierte Korn sind verschwunden. Der Aufbau weist ein ungewöhnliches Aussehen auf. Die Körner sind auf einer Messingkette angeordnet, die ursprünglich versilbert gewesen sein könnte und aus stark verlängerten S-förmigen Gliedern besteht. Die den Ave entsprechenden Körner sind kleine, grob kugelförmige Kugeln aus Buchsbaumholz, die durchbohrt sind und einen Durchmesser von 6 bis 8 mm haben. 30 sind intakt oder fast intakt, 4 sind beschädigt, 3 sind nur noch als Fragmente vorhanden und 15 sind völlig verschwunden. Die isolierten Körner hingegen sind aus Messing und bestehen aus vier Windungen, die von kleinen Metallteilen zusammengehalten werden, einem Draht, um den wiederum enge Windungen gewickelt sind. Eine der Spiralen, die die Zehner voneinander trennen, ist verschwunden. Der Kreis, der etwa 64 cm lang ist, und der geradlinige Teil des Rosenkranzes werden an den Schlaufen eines V-förmigen, 20 mm hohen und etwa 28 mm breiten Stücks befestigt, das ebenfalls aus Messing gefertigt ist und wie ein engmaschiges Netz aussieht. Die Datierung des Objekts ist umso schwieriger, als uns die Form des Kreuzes, die ein bescheidenes Element der Genauigkeit hätte liefern können, unbekannt ist. Eines ist jedoch sicher: Die Einteilung des Rosenkranzes in Zehner, die durch Körner voneinander getrennt sind, wurde erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts eingeführt, weshalb das vorliegende Objekt nicht vor dieser Zeit entstanden sein kann. Der Versuch, ein Datum zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert vorzuschlagen, ist kompliziert, da es keine Vergleichspunkte gibt, um die Seltenheit eines solchen archäologischen Objekts zu bewerten. Angesichts des Erhaltungszustands des Fundstücks besteht jedoch kein Zweifel daran, dass es sich um einen bedeutenden Fund handelt.

Ausstellungsort

Poitiers (86) - Musée Sainte-Croix
3 bis rue Jean Jaurès

86000 Poitiers

Ortsname

Poitiers

Fundort

Les Hospitalières

Projektart

Diagnostic

Ausgrabungsjahr

2004 – 2005

Wissenschaftlicher Leiter

GERBER, Frédéric

Inventarnummer

2019.23.8

Bereich

Kunst ➔ Religiöse Kunst

Material

Organisch ➔ Holz ➔ Buchsbaum ➔ Metall ➔ Andere

Chronologischer Zeitraum

Frühe Neuzeit [1492 / 1789]

Datierung des Gegenstands

1500 – 1699

Abmessungen

Merkblatt zum Operationsbericht

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